01Systemkritik am Aufnahmetest
Der Standard framt den Aufnahmetest direkt als Ursache verstärkter Selektivität und verwendet Formulierungen wie 'steigern die soziale Selektivität zusätzlich'. Der Kurier hingegen formuliert vorsichtiger: Der Test 'soll die Besten auswählen', soziale Herkunft 'zählt dennoch mit' — eine Einschränkung, die die Intention des Tests implizit würdigt. Die Presse und eXXpress beschreiben den Sachverhalt demgegenüber rein deskriptiv, ohne den Test selbst als problematisches Instrument zu kennzeichnen.
02Wortwahl und Tonalität
Standard und Kurier wählen analytisch-kritische Formulierungen, die eine strukturelle Ungleichheit konstatieren. eXXpress verwendet das Wort 'dominieren', was eine stärkere Bildsprache erzeugt, ohne jedoch eine politische Wertung anzuschließen. Die Presse bleibt mit der nüchternen Prozentzahl '58 Prozent' in der Überschrift am sachlichsten im Ton, während die Kleine Zeitung den Befund weitgehend ohne eigene Einordnung weitergibt.
03Kontextualisierung
Der Standard liefert den stärksten historischen Kontext, indem er die Einführung der Aufnahmeverfahren Anfang der 2000er-Jahre explizit erwähnt und in Zusammenhang mit der heutigen Selektivität stellt. Kurier und Die Presse nennen den Befund, ohne ihn historisch einzubetten. eXXpress und Kleine Zeitung beschränken sich auf die aktuelle Datenlage und verzichten auf eine zeitliche Einordnung.