01Tiefe der Berichterstattung
Der Standard liefert als einziges Medium eine zweischichtige Aufbereitung: einen datenorientierten Bericht über die Studienergebnisse und ein Interview mit Lisa Gadenstätter, das den menschlichen Erfahrungsrahmen ergänzt. Kurier und OÖ Nachrichten gehen demgegenüber in die Breite und betten das Experiment in eine gesellschaftspolitische Debatte über Social-Media-Verbote ein. Die Boulevardmedien Krone und oe24 hingegen beschränken sich auf kurze Ergebnismeldungen ohne weiterführende Einordnung.
02Zielgruppenansprache
Während Standard, Kurier und OÖ Nachrichten eine allgemeine Leserschaft ansprechen und institutionelle Befunde in den Vordergrund stellen, richtet die Kronen Zeitung ihre Headline explizit an Eltern ('Was 3 Wochen ohne Handy mit Ihren Kindern machen'). Diese direkte Ansprache fehlt bei linken und Mitte-Medien, die eher auf Fakten- als auf Ratgeber-Framing setzen.
03Kontextualisierung Fachleute
Kurier und OÖ Nachrichten kontextualisieren die Experimentdaten mit einer separaten Befragung von Psychologinnen, Psychologen und Psychotherapeutinnen sowie Psychotherapeuten, die auf problematischen Social-Media-Konsum bei 74 Prozent der Jüngsten hinweist. Der Standard greift diese Ebene nicht auf, während die Rechts- und Boulevardmedien die Fachleute-Perspektive ebenfalls auslassen und sich auf die Experiment-Ergebnisse konzentrieren.
04Wortwahl bei den Ergebnissen
Der Standard und die OÖ Nachrichten formulieren präzise und quantifiziert ('jedes fünfte Kind', 'klare Effekte'). Der Kurier wählt mit 'verblüffende Ergebnisse' und 'messbar' eine leicht emotionalisierende, aber noch sachlich fundierte Sprache. oe24 und Krone bleiben vage ('Das sind die Folgen', 'Was ... machen') und überlassen die Konkretisierung dem Klick auf den Artikel — ein typisches Boulevardmuster, das im Kontrast zur datennahen Sprache der anderen Lager steht.
