01Framing der Migrantenstudie
Der Standard und Falter hinterfragen die Studie methodisch (‚nicht-repräsentativ', ‚problematische Fragestellungen') und zitieren Kritiker und Theologen wie Khorchide, der Vereinbarkeit von Islam und Demokratie argumentiert. Demgegenüber framen Kronen, oe24 und eXXpress die Studie als reines Alarmsignal: ‚41 Prozent stellen Scharia über österreichische Gesetze', ‚radikal', ‚bedenklich'. Die Presse (Mitte-rechts) vermittelt zwischen beiden, nennt die Ergebnisse ‚besorgniserregend', gibt aber auch differenzierten Experten-Kommentaren Raum. Hier zeigt sich die stärkste Frame-Divergenz.
02Täter-Identifizierung bei Kriminalfällen
Rechts-Medien (Kronen, oe24, eXXpress) benennen konsequent Herkunftsangaben im Headline oder Lead: ‚Rumäne randaliert in Kirche', ‚15 Männer attackieren', ‚Afghanische Jugendbande terroriziert Wien'. Sie suggerieren damit ein Muster. ORF und Mitte-Medien integrieren Herkunftsangaben sachlich in den Fließtext, ohne sie dramatisierend hervorzuheben. Der Standard benennt Herkunft nur, wenn strafrechtlich relevant. Links verzichtet oft ganz auf Herkunftsangaben.
03Tonalität und Dramatisierung
Boulevard-Medien (Heute, Kronen, oe24) nutzen Ausrufezeichen, Großbuchstaben und Worte wie ‚Eklat', ‚Skandal', ‚Schock', ‚Terror', ‚Scharia' — auch bei Routinemeldungen. eXXpress nutzt explizit Begriffe wie ‚radikal', ‚islamistische Symbolik', ‚Nachwuchs-Terroristen'. Der Standard bleibt sachlich-nüchtern, auch bei ernsten Fällen. ORF und Mitte-Blätter wählen neutrale, informative Überschriften.
04Integration von Behörden- und Politikerstimmen
Rechts-Medien zitieren FPÖ und ÖVP prominent zu ‚Integrationspolitik total gescheitert', ‚Kurswechsel unumgänglich', positionieren Politikerinnen (Wiederkehr, Emmerling) aber eher kritisch. Mitte-Medien zitieren Integrationsstadträtin Emmerling konstruktiv. Der Standard lässt Theologen und Experten wie Khorchide und Güngör zu Wort kommen, um Differenzierung zu bieten. Links zeigt breiter kritische Expertise gegenüber der Studie selbst.
05Serialisierung vs. Einzelfall
Rechts-Medien (eXXpress, oe24) schaffen durch Häufung und Wortwahl das Narrativ einer ‚Serie': ‚Afghanische Jugendbande terroriziert', ‚Fall Anna erneut', ‚Home Invasion', ‚Meerattacke'. Damit wird ein Muster suggeriert. Mitte und Links behandeln Fälle eher isoliert, hinterfragen auch, ob Trends empirisch belegt sind. ORF berichtet sachlich-neutral ohne Verknüpfung.