01Framing der Steuerfinanzierung
Der Standard und Falter behandeln Budgetkürzungen im Kontext von Sichtbarkeitsforderungen und notwendiger Ressourcenausstattung. Die Wiener Zeitung fragt neutral, welche Auswirkungen Sparmaßnahmen haben. Hingegen stellten eXXpress und Unzensuriert die Steuerfinanzierung kritisch dar — eXXpress spricht von "Indoktrinierung", die "zutiefst verantwortungslos" sei, und weist explizit auf die 12-Millionen-Förderung für WIENXTRA hin. Kronen Zeitung und Heute konzentrieren sich auf logistische Probleme (Verkehrschaos, S-Bahn-Sperrung), das politische Finanzierungs-Framing bleibt ausgespart.
02Behandlung von Kinderangeboten
Links-Medien (Standard, Falter) berichten zu Pride-Aktivitäten ohne Fokus auf Altersangaben oder Kontroverse. Mitte-Medien erwähnen Kinder-Programme sachlich im Gesamtprogramm. eXXpress hingegen isoliert Angebote für 3-Jährige (LGBTQ-Fahnen malen, Transgender-Quizze) und zitiert eine ÖVP-Gemeinderätin, die von "Indoktrinierung" spricht — ein Frame, der Altersangaben als skandalisierend nutzt. Andere Rechts-Outlets ignorieren das Thema.
03Darstellung von Widerstand und Gegenbewegung
Links-Medien thematisieren vorwiegend äußere Bedrohungen (Orbáns Verbot in Budapest, Konversionstherapien). Rechts-Medien hingegen präsentieren innenpolitischen Widerstand: Kronen Zeitung berichtet über einen Landesrat, der "Nur zwei Geschlechter" erklärt, eXXpress und Unzensuriert platzieren FPÖ-Positionen prominent. Kronen Zeitung meldet unter der Headline "Gegenbewegung" sinkende Zustimmung zu queeren Menschen. Diese Framing-Wahl normalisiert Opposition als "Bewegung" auf gleicher Ebene wie Pride selbst.
04Tonalität bei Veranstaltungsprogramm
Der Standard, Falter und Kurier berichten enthusiastisch über Kulturveranstaltungen, Acts und queere Kultur-Highlights. Kronen Zeitung und Heute nutzen ähnlich bunte Headlines ("So bunt waren Wiens Öffis noch nie!"), folgen aber unmittelbar mit Problemframe ("Verkehrschaos droht", "S-Bahn-Sperre"). eXXpress und Unzensuriert ignorieren das Eventprogramm völlig und konzentrieren sich auf politische Kritik und Finanzierungsfragen.
05Historische Kontextualisierung
Links- und Mitte-Medien rahmen das 30-jährige Jubiläum als Erfolgsgeschichte: "Die Regenbogenparade wird 30", Kurier schreibt "Wie die Regenbogenparade Österreich verändert hat". Standard interviewt Zeitzeugen zu emotionalen Verbindungen. Rechts-Medien negieren diese Chronik entweder oder verbinden sie mit aktuellen Gegenbewegungen: Kronen Zeitung stellt Jubilär-Nennung neben die Headline "Gegenbewegung — Zustimmung sinkt zunehmend", was die historische Linearität implizit infrage stellt.
