01Dramatisierung der Preisdifferenzen
Der Standard bleibt bei sachlicher Nennung von Prozentsätzen ('50 Prozent') und einem konkreten Produkt-Beispiel, ohne Wertung. Der Kurier hingegen wählt die Überschrift-Marke 'Abzocke' und präferiert die höchste Einzelabweichung ('bis zu 78 Prozent'), was eine stärkere emotionale Rahmung schafft. Beide nennen Zahlen, aber der Kurier nutzt sie zur Skandalisierung, der Standard zur Information.
02Systemische Ursachen-Zuschreibung
Der Standard erwähnt nicht explizit, wodurch die Preisunterschiede entstehen. Der Kurier dagegen kontextualisiert die Preise durch das Kartell-Problem: 'territoriale Lieferbeschränkungen' als strukturelle Ursache werden unmittelbar in die Problemdarstellung eingebaut. Dies verschiebt den Frame von 'unfaire Preise' zu 'Marktversagen durch Herstellerbeschränkungen'.
03Framing als Einzelhandels- vs. Strukturproblem
Der Standard präsentiert den Preisvergleich als Konsument:innen-Schutz-Story, ohne Schuldzuweisung. Der Kurier deutet strukturelle Verantwortung an und suggeriert, dass nicht bloß Preisgestaltung, sondern Wettbewerbsverzerrung dahintersteckt. Beides sind validere Lesarten der gleichen Zahlen, aber unterschiedliche politische Deutung.
