01Auswahl des Aufmachers
Die OÖ Nachrichten wählen als zentrales Element die Gesamtzahl (862 Fälle) und den zeitlichen Verlauf, um den strukturellen Trend zu verdeutlichen. Die Kronen Zeitung hingegen stellt das Tätermerkmal Geschlecht bereits in der Headline voran ('90 Prozent von Männern'), was den Fokus vom politischen Phänomen auf eine demografische Eigenschaft der Tätergruppe verschiebt. Beide Medien berichten über denselben Anstieg, gewichten aber unterschiedlich, welche Zahl die Leserschaft als Erstes wahrnimmt.
02Tonalität und Kontextualisierung
Die OÖ Nachrichten halten sich in Headline und Teaser an eine nüchterne, behördennahe Sprache ('Zahl der rechtsextremen Tathandlungen ist gestiegen'). Die Kronen Zeitung bedient sich ebenfalls sachlicher Formulierungen, setzt aber durch die prominente Geschlechtsangabe einen zusätzlichen Akzent, der für das Boulevard-Publikum eine konkretere, personenbezogene Einordnung liefert. Ein echter Frame-Kampf ist bei dieser Datenlage nicht erkennbar — die Divergenz beschränkt sich auf Schwerpunktsetzung.
03Auslassungen
Weder die OÖ Nachrichten noch die Kronen Zeitung lassen in den verfügbaren Snippets Reaktionen von Politik, Sicherheitsbehörden oder Betroffenenorganisationen erkennen. Links-Medien sind nicht erfasst, weshalb eine zivilgesellschaftliche oder opferperspektivische Rahmung in der Gesamtberichterstattung möglicherweise fehlt.
